Wie eine Organspende abläuft TEIL 1

Hallo Leute, 

weil dies gewünscht wurde, erzähle ich euch heute ein Bisschen, wie das in der Schweiz bei einer Organspende abläuft.

In der Schweiz gilt: Man braucht einen Ausweis, damit man offiziell Spender ist. Immer wieder wird darüber abgestimmt, ob man das Gesetz ändern soll in "Ohne Ausweis ist man automatisch Spender". Ich selbst finde dieses Gesetz absoluter Quatsch. Man entscheidet hier über Menschen hinweg. Das mag jetzt vielleicht für en ein oder anderen komisch klingen, dass solche Sätze gerade von mir, die selbst ein Spendeorgan in sich trägt, kommen. Ich fände es viel besser, wenn man ein Gesetz machen würde, in dem es Pflicht ist, einen solchen Ausweis bei sich zu tragen. Man könnte dies aber auch im Führerausweis festhalten (wie in den USA) oder man könnte es bei der Krankenkasse vermerken. Ich bin nämlich davon überzeugt, dass die meisten Menschen spenden würden, jedoch aber zu faul sind um sich einen Ausweis anzuschaffen oder sich garnoch nie mit diesem Thema befasst haben. Aber DAS ist ein anderes Thema.

Wann wird ein Mensch zum potentiellen Organspender? 
Wenn ein Mensch wird dann zum Organspender, wenn ein unumkehrbarer Ausfall der Hirnzellen vorliegt. Ein Mensch kommt für eine Organspende NICHT in Frage, wenn er durch einen Herzstillstand gestorben ist. Dieser findet meistens vor einem Hirntod statt. Damit man Organspender wird, benötigt man einzig und allein einen Ausweis. Voruntersuchungen braucht man nicht zu machen. 

Im Gegensatz zum Patienten, der das Organ benötigt. Ich musste damals 3 Wochen stationär ins Krankenhaus. Da wurden so einige Untersuchungen gemacht. Quasi von der Haarspitze bis zum kleinen Zeh. Die Untersuchungen sind darum so notwendig, damit man danach auch ein optimal passendes Organ dazu finden kann. Auch gibt es gewisse Kriterien, die man erfüllen muss, dass man schlussendlich gelistet wird. Steht man dann tatsächlich auf der Liste, heisst es warten und hoffen. In dieser Zeit ist es den Gelisteten nicht erlaubt, ins Ausland zu gehen, da der Transport zurück, im Falle einer Transplantation, meist viel zu kompliziert wäre und die Rückkehr auch viel zu lange dauern würde. 

Kommt dann der erlösende Anruf, muss der Patient möglichst rasch im Krankenhaus sein. Da werden ihm Blut genommen um mögliche Infekte auszuschliessen. Unterdessen wird das Organ auch geprüft. Gibt es nur die kleinsten Bedenken für eine Spende, wird die Transplantation abgesagt. Das ist oft für die Patienten ein Spiessroutenlauf, da es den meisten gesundheitlich schon nicht gut geht. Bei mir kam das Gott sei Dank nicht vor. Der Patient wird auch nie erfahren, wer sein Spender war. Das geht in der Schweiz unter das Datenschutzgesetz.

Vor der Operation wird man gründlich gereinigt, desinfiziert. Man kriegt ein sexy Nachthemd, Stützstrümpfe. Dann wird man in den Operationssaal gefahren und wird auf einen harten Tisch gelegt. Man bekommt dann eine Maske aufgesetzt und ab geht die Reise. Was dann geschieht, weiss der Patient meistens nur vom Hören sagen, denn der liegt während der OP im Land der Träume... 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Kurt Matter (Donnerstag, 12 Juli 2018 19:58)

    Kommt mir irgendwie bekannt vor . Am 15. Juli sind es 4 Jahre her seit bei mir eine beidseitige Lungentransplantation vorgenommen wurde .

  • #2

    Ute (Donnerstag, 12 Juli 2018 20:11)

    Ich habe letztens gelesen dass man ins Ausland reisen darf, aber dann kommt eben ein Vermerk dass man nicht Transplantabel ist in der Zeit. Allerdings in Deutschland. Könnte das in der Schweiz auch so sein?