once upon the time

Diese Woche bin ich sehr nachdenklich, vielleicht weil es heute genau drei Jahre her ist, als ich mit dem Leben abgeschlossen habe. Ohne zu wissen, was einen Tag später passieren sollte. Ich war an diesem Tag ernsthaft bereit zu sterben. Auch wenn das jetzt vielleicht etwas makaber klingt. All die Tage zuvor habe ich mich an irgendwelche unsichtbaren Strohalme geklammert. Seit zwei Wochen habe ich in der Nacht kein Auge mehr zu getan und wenn, dann nur wenn jemand neben mir sass. Ich hatte Angst, dass ich im Schlaf die Kontrolle über mich, meinen Körper verliere. Aber dann, am 26.09.2014 war schon der morgen anders. Ich war viel ruhiger. Dieses Gefühl wenn man so aufgeregt ist, hatte ich die Wochen davor im Dauerzustand. Das war irgendwie weg. Ich sass in diese Krankenhausbett und starrte nur noch Löcher in die Luft. immer an die Selbe Stelle. Ich wusste dass ich an diesem Tag Besuch von meiner Cousine und meiner Mama bekommen würde. Aber irgendwie ging das an mir vorbei. Es war mir egal. Ich hatte mir einen Plan zurecht gelegt. Man sollte mich ins Koma legen. Dann würde ich das alles hier nicht mehr mitbekommen, dann würde die Lunge einfach irgendwann kommen und ich wäre erlöst. Als ich das Mama erzählte, habe ich ihr vermutlich das Herz gebrochen. Sie brach zusammen. All die Wochen, Tage war sie stark, sie hatte mir immer Zuversicht zugesagt, dass meine Lunge bald kommen würde und sie sah, dass ich nicht einfach aufgeben wollte. Und dann kam dieser Freitag und ich eröffnete ihr, dass mein Leben so nicht mehr lebenswert war. Ich hatte auch den Ärzten von diesem Plan erzählt. die fanden dass aber eher eine semigeile Idee. Auch die Anästhesie-Ärztin meinte, dass dies noch nicht der richtige Zeitpunkt wäre. Ich sei noch zu fit. zu fit?!?! Ich dachte echt, dass mich diese Ärztin gerade verarschen wollte. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr selbst essen, ich hatte eine beschissene Maske im Gesicht und selbst gehen konnte ich auch nicht mehr und die wollte mir weis machen, dass ich noch zu FIT sei??? Mir war natürlich bewusst, dass die Rehabilitation nach einem Koma viel länger dauern würde. Aber das war mir zu diesem Zeitpunkt scheissegal. Als mir nun dieser Wunsch ausgeschlagen wurde, war vorbei. Meine Mama ging irgendwann und der Rest des Tages ging nur noch passiv an mir vorbei. Ich sass da, starrte die Vorhänge an. Nebenbei lief der Fernseher. Ab und zu kam die Pflege. Am Abend ging ich mit dem Gedanken ins Bett, dass ich morgen wahrscheinlich nicht mehr aufwachen werde, dass ich nicht mehr aufwachen will. Meine Familie durchlebte zu Hause die schlimmste Nacht, seit ich im Krankenhaus war. Und ich, ich konnte die erste Nacht seit zwei Wochen durchschlafen...

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Kommentare: 1
  • #1

    Seraina (Mittwoch, 27 September 2017 08:02)

    Sehr bewegendi erlechi wort! Het mi sehr berühert! Danke för dini offeheit eus a dim kampf en iblick z verschaffe! I bewundere din muet und din läbensgeist! Du hesches me als verdient es läbe ohni ischränkige z führe! Wiiter so eli, i schick der e grossi portion chraft