Ride

Hallo meine Lieben!

Vor einem Jahr war ich in der Psychi. Wie das klingt. Es klingt als wäre man nicht ganz dicht, als wäre es etwas schlechtes. Ich leide an Panikattacken und hab mir lange eingeredet, dass ich das alleine schon irgendwie schaffe. Doch das hab ich nicht. Meine Ängste haben immer im Krankenhaus geendet, nicht weil ich mich irgendwie umbringen wollte, aber weil es für meine Lunge hätte gefährlich werden können. Meine Ängste waren so stark, sie hatten mein ganzes Ich in seine Mangel genommen. Mich in eine andere Person verwandelt. Es war ein so guter Entscheid, in diese Einrichtung zu gehen. In dieser Einrichtung gab es Menschen die mit dem Leben eigentlich abgeschlossen hatten. Sie taten mir sehr leid, da sie dem Leben oft nichts mehr abgewinnen konnten, viele hatten die Hoffnung dass sie jemals wieder eine Lebensfreude verspüren verloren und das tat mir sehr leid. Das Leben hat so viel Schönes. Ich habe mit verschiedenen Menschen in der Einrichtung geredet und ich habe immer wieder versucht, meine positive Einstellung zum Leben ihnen zu zeigen. Manchmal hatte ich sogar fast ein schlechtes Gewissen, weil ich gegenüber diesem Aufenthalt sehr positiv eingestellt war und viele auch diese Hoffnung nicht mehr hatten. Aber ich spürte bei den meisten doch, dass irgendwo doch noch ein winzig kleiner Wille, diese Depression zu überstehen da ist. Viele wünschten sich, das Haus wieder verlassen zu können und sich dabei wohl zu fühlen, Freude zu verspüren wenn man einen Ausflug machen kann und sich auf zu Hause zu freuen. Viele haben mir da erzählt, dass sie am liebsten nie mehr nach Hause gehen würden, einfach weil da wieder das alte Leben wartet. Manchmal tat mir das richtig weh. Die Aussage: "Auf mich wartet zu Hause ja eh niemand." hat mich sehr traurig gestimmt. Der Aufenthalt hat bezüglich meine Ängsten nicht viel gebracht, ich habe sie heute noch. Aber ich habe dort sehr viel anderes gelernt. Ich habe gelernt, das Leben noch mehr zu schätzen, habe gelernt was ich eigentlich in meinem Leben erreichen will und auch gelernt wer ich eigentlich selbst bin. Wenn ich über meine Angst rede, beschreibe ich sie heute als alte gebrochene Frau. Ich und meine Körperteile sind die Nachbarn dieser alten Frau und jedes Mal wenn meine Angst ausbricht, stelle ich mir vor, wie diese alte Frau wieder durch die Gegend wettert, weil ihrer Meinung nach die Kinder wieder zu laut waren. Ich hoffe ihr versteht was und wie ich es meine. Heute kann ich sagen, dass die alte Frau bei mir und meinen Nachbarn alias Körperteilen am Tisch sitzen darf und bis jetzt geht es mir sehr gut damit. Ich hoffe dieses Glücksgefühl das ich momentan verspüre hält an! Eure Elii :* 

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