My Donor is my hero!

Liebe Leute, letzte Woche gab es nur einen kurzen knackigen Post von mir, weil ich im Moment nicht wirklich wusste was ich euch erzählen soll. 

Nach dem ich den Post veröffentlichte, erreichte mich eine sehr liebe Mail von Frau/Herr Unbekannt mit der Bitte ich soll doch mal ein Bisschen bezüglich meines Spenders erzählen. Ich hab mir das natürlich zu Herzen genommen und erfülle ihr/ihm jetzt den Wunsch.

Als bei mir das Thema Transplantation das erste Mal von den Ärzten in den Mund genommen wurde, war eine meine ersten Fragen gleich, ob ich dann danach erfahren werde wer mein Lebensretter war. Man erklährte mir dann das dies aus Datenschutz nicht gehen würde. Ich könne aber dann, wenn ich transplantiert sei, einen anonymen Brief an die Familie meines Spenders schreiben. Anonym ebenfalls wegen Datenschutz. Das heisst also: weder ich noch die Spenderfamilie wissen etwas über den Andern. 

(Bei mir ist es aber so, das ich durch einen Vorfall mit meiner Lunge nach der Transplantation erfahren hab, dass mein Spender ein grosser, junger Mann gewesen sein muss.)

Ich habe dann lange Zeit nach der Transplantation nicht die Kraft gehabt der Familie zu schreiben, auch weil ich irgendwie ein schlechtes Gewissen hatte. Schliesslich hat die Familie einen geliebten Menschen verloren. Gleichzeitig hatte ich aber auch die Gedanken, dass ich der Familie zeigen muss, dass ihr Sohn auch Leben gerettet hat und für gewisse Menschen nun ein Held ist. Und so hab ich mich dann hingesetzt und geschrieben. Es war nicht ganz einfach die richtigen Worte zu finden. Ich wollte nicht irgendwie frech rüberkommen, aber trotzdem wollte ich zeigen was für ein tolles neues Leben ich geschenkt bekommen habe, wie dankbar ich diesem Menschen, der leider nicht mehr unter uns weilt, bin. Ungefähr 4 Monate nach meiner Operation hat die Familie meinen Brief bekommen. Ob mein Brief genau so angekommen ist, wie ich ihn geschrieben habe, weiss ich nicht. Denn der Brief wurde noch von weiteren Personen zur Kontrolle gelesen und wenn etwas nicht da hin gehört bzw. Zu viel Information ist, wird es gestrichen. Mein Brief wurde, glaube ich, sogar noch auf den Computer übertragen und ausgedruckt verschickt. Ich kam mir ein Bisschen vor wie ein Häftling, der einen Brief an jemanden der frei ist, schickt und der vorher noch von x Anwälten gelesen wird. Einen Brief zurück bekam ich nie, das hab ich aber ehrlich gesagt auch nicht erwartet. Mir war es vor allem einfach wichtig der Familie DANKE zu sagen.

Letzten Frühling habe ich dann noch mit einer Freundin, welche auch transplantiert ist, einen Brief an den Spender persöhnlich geschickt, ihn in eine Flasche gepackt und in den Fluss geworfen. Geplant war eigentlich zuerst, Ballone mit dem Brief steigen zu lassen. Aber damals konnte ich noch nicht Autofahren und da es bei uns nicht gleich in der Nähe ein Geschäft gibt, wo man solche Ballone kaufen kann, fiel die Idee ins Wasser. Ich habe mir aber vorgenommen, es dieses Jahr nach zu holen, wenn ich mein zwei Jähriges habe! 

Ich denke praktisch jeden Tag an meinen Spender, vor allem dann wenn ich Dinge tue welche ich ohne neue Lunge nicht mehr tun könnte. Ich habe auch am Morgen immer ein Ritual wenn ich zur Schule fahr um meinem Helden zu danken. Ich höre jeden Morgen auf Fahrt sicher einmal (wenn nicht mehr) das Lied: "Auf uns!" von Andreas Bourani und während ich das Lied höre schaue ich mir den Himmel an und denke mir, dass mein Spender immer über seine Lunge und über mich wachen wird! 

Ich wünsche euch in dem Sinne noch einen schönen Abend! Habt's noch fein!  Eure Elii :** 

PS: ich bin immer offen für Ideen für neue Posts! Wenn ihr also irgendwelche Ideen habt: schreibt mir ne Mail! Unter Kontakt könnt ihr mir direkt schreiben! Würde mich aber auch sonst über Mails freuen! 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0